Theoretische Bank of Scotland Pleite: Einlagensicherung würde schützen

Redaktion - 24. August 2012

Theoretische Bank of Scotland PleiteBei der Bank of Scotland handelt sich um eine schottische Bank, die schon seit vielen Jahren finanzielle Probleme hat und vom Staat gestützt wird. Daher fragen sich viele Kunden, die bei dieser Bank Einlagen haben, was eigentlich im Fall einer Bank of Scotland Pleite mit dem Guthaben passieren würde.

Das Thema Einlagensicherung wird im gesamten EU-Raum aktuell wieder öfter diskutiert, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass Griechenland in den vergangenen Wochen nur knapp an einer Staatspleite vorbeigeschlittert ist. Darüber hinaus gibt es immer mehr Auslandsbanken, die auch in Deutschland Produkte wie Tagesgeld und Festgeld anbieten. Zu diesen Kreditinstituten, die auch deutsche Kunden nutzen können, zählt unter anderem auch die Bank of Scotland, bei der auch deutsche Anleger ein Tagesgeldkonto eröffnen können, welches beim Tagesgeldvergleich oftmals positiv abschneidet. Der Hauptsitz des Institutes befindet sich in Edinburgh, also in Schottland und somit in Großbritannien. Dies führt zunächst einmal dazu, dass die Guthaben der Kunden bei dieser Bank durch die britische Einlagensicherung geschützt sind. Diese reicht aktuell bis zu einem Einlagebetrag von 85.000 britischen Pfund, was ungefähr der im Euro-Raum geltenden gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro entspricht.

Bank of Scotland Tagesgeld-Angebot

Das Bank of Scotland Tagesgeld Angebot

Schutz durch britische Einlagensicherung und deutsche Einlagengarantie

In erster Linie gilt für die Bank auf Schottland der Schutz der britischen Einlagensicherung, die auch als Financial Services Compensation Scheme (FSCS) bezeichnet wird. Diese britische Einlagensicherung schützt sämtliche Einlagen bis zu 85.000 britischen Pfund bzw. umgerechnet in eine andere Währung, die unter anderem bei den folgenden Banken vorhanden sind:

  • Bank of Scotland
  • Lloyds Bank
  • Bank of Wales
  • Halifax

Neben der britischen Einlagensicherung können Anleger bei der Bank of Scotland davon profitieren, dass es zusätzlich durch den Anschluss an eine private deutsche Einlagensicherung einen Schutz gibt, der bis zu 250.000 Euro reicht. Die schottische Bank ist nämlich Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Dies sorgt dafür, dass die Einlagen von 85.000 GBP bis 250.000 Euro geschützt sind. Somit wären die Einlagen von schätzungsweise über 90 Prozent aller Kunden dieses Bankinstitutes gesichert, selbst wenn die Bank of Scotland Pleite gehen sollte.

Neue Einlagensicherungsrichtlinie schützt auch Fremdwährungskonten

Insbesondere für deutsche Anleger, die Guthaben bei der Bank of Scotland haben, ist sicherlich die neue Einlagensicherungsrichtlinie, die am 3. Juli 2015 Kraft getreten ist, sehr interessant, auch wenn für Einlagen in britischen Pfund bereits zuvor eine gute Absicherung vorhanden war. So besteht eine wichtige Änderung zum Beispiel darin, dass ab sofort auch Einlagen auf allen Fremdwährungskonten geschützt sind, falls die Bank ihren Hauptsitz in der Europäischen Union hat. Dazu gehören demzufolge auch in Großbritannien ansässige Kreditinstitute und somit auch die Bank of Scotland. Bis zu dieser Änderung sah die Regelung etwas anders aus, denn bis dato waren nur solche Einlagen geschützt, die entweder in Euro oder in einer EU-Währung bestanden. Eine weitere Änderung ist ebenfalls interessant und besteht darin, dass der gesetzliche Schutz unter bestimmten Voraussetzungen für einen bestimmten Zeitraum von 100.000 Euro auf 500.000 Euro angehoben werden kann. Zu den besonderen Fällen, die eine derartige Erhöhung rechtfertigt, gehören unter anderem:

  • Scheidung
  • Hochzeit
  • Kündigung
  • Geburt
  • schwerere Krankheit

Bank of Scotland nicht mit RBS verwechseln!

Insbesondere Kunden, die nicht in Schottland bzw. Großbritannien ansässig sind, verwechseln nicht selten die Bank of Scotland mit der RBS, der Royal Bank of Scotland. Es handelt sich dabei allerdings um zwei ganz unterschiedliche Bankinstitute, auch wenn die Namen sehr ähnlich klingen.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) ist ein Kreditinstitut, welches mittlerweile zu einem großen Teil in Staatshänden ist. Ein Grund dafür ist die Unternehmenskrise, die es spätestens seit der Finanzkrise im Jahre 2008 gibt. Seit dieser Zeit musste der Staat die Bank stützen, indem beispielsweise im Jahre 2008 Aktien im Gegenwert von mehr als 40 Milliarden Pfund aufgekauft wurden. Ganz anders stellt sich die Situation bei der Bank of Scotland dar. Dabei handelt es sich um eine Privatbank und zur Lloyds Banking Group gehört. Das Institut gilt als „gesund“ und ist auch am deutschen Markt aktiv, insbesondere im Finanzierungsbereich und im Tagesgeldgeschäft für Privatkunden.

Unabhängig von diesem Unterschied ist es allerdings so, dass selbstverständlich auch für die Royal Bank of Scotland die britische Einlagensicherung gilt. Demzufolge würden Kunden sowohl bei einer Bank of Scotland Pleite als auch bei einer Insolvenz der RBS zumindest bis zu einem Guthabenwert von vom 85.000 Euro Pfund entschädigt werden.

 

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