Februar-Inflation sinkt auf 1,50%

Redaktion - 18. März 2013

Februar-Inflation sinktDie Inflationsrate im Euro-Raum ist im Februar auf 1,80 Prozent und damit in den Bereich des Zielkorridors der EZB gefallen. In Deutschland ging die Teuerungsrate auf 1,50 Prozent zurück. Die ohnehin schon geringe Chance auf eine Kehrtwende in der Geldpolitik wird dadurch noch kleiner.

Die Teuerungsrate entwickelte sich innerhalb der Währungsunion sehr unterschiedlich. Wenig überraschend lag die Februar-Inflationsrate in Griechenland mit 0,10 und in Portugal mit 0,20 Prozent am niedrigsten. Hier wirkte sich die Konjunktur besonders dämpfend auf den Preisdruck aus. Der höchste Wert wurde mit 3,20 Prozent in den Niederlanden gemessen. Die deutsche Inflationsrate in Höhe von 1,50 Prozent wurde vom Statistischen Bundesamt berechnet, die anderen Daten von der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Realzinsen für Tagesgeld bestenfalls bei 0,00 Prozent

icon_ZinsenWährend Sparern in Zypern derzeit eine offenkundige Enteignung droht, verlieren Sparer in Deutschland schleichend an Kaufkraft. Der durchschnittliche Zinssatz für Tagesgeld liegt abhängig von der herangezogenen Erhebung zwischen 0,50 und 1,00 Prozent. Auch wenn die Abgeltungssteuer unberücksichtigt bleibt, resultiert daraus im Aggregat eine klar negative Realverzinsung.

Die rückläufige Inflation macht in Verbindung mit der weiterhin schwachen Konjunktur und der keinesfalls geringer werdenden Unsicherheit an den Märkten eine geldpolitische Kehrtwende der EZB unwahrscheinlich. Sparer müssen sich darauf einstellen, dass das gegenwärtige Zinsniveau bis weit in das kommende Jahr hinein nicht überschritten wird – bislang zeigt der Trend sogar deutlich weiter nach unten.

Steigen die Zinsen bei Auslandsbanken?

icon_RegulierungDie Entwicklung in Zypern könnte allerdings dazu führen, dass Auslandsbanken auf Sicht wieder deutlich schlechtere Konditionen bei der Refinanzierung in Kauf nehmen und dadurch im Einlagengeschäft höhere Zinsen bieten müssen. Eine solche Entwicklung ist insbesondere auch für Frankreich und die Niederlande nicht auszuschließen. Unklar ist allerdings, wie die EZB auf eine solche Entwicklung reagieren würde: Eine „dicke Bertha II“ könnte neue Konkurrenz-Liquidität ins Finanzsystem spülen.