Geldanlage – Alles wird digital

Redaktion - 11. August 2015

Geldanlage - digitalDie ältere Generation erinnert sich noch daran, dass der Kauf von Wertpapieren nur in den Bankfilialen oder per Telefon möglich war. Die Orderaufgabe per Fax war fast schon eine Revolution. Für aktive Forextrader ist es kaum vorstellbar, in diesem schnellen Geschäft per Telefon oder Fax zu traden. Der Forexhandel, wie er heute praktiziert wird, wäre in früheren Jahren ohne Internet gar nicht möglich gewesen, noch nicht einmal denkbar. Durch die Digitalisierung haben sich aber nicht nur neue Investmentmöglichkeiten entwickelt, auch die alten Geldanlagen haben eine Revolution durchlaufen.

Internet brachte die maximale Transparenz

Die Digitalisierung brachte noch viel mehr mit sich. Haben Bankkunden früher ja und Amen zu dem Tagesgeldangebot ihrer Bank gesagt, durchforsten sie heute mittels Onlinevergleichen das gesamte Spektrum der Anbieter. Selbst der Weg zur Post, um bei einer weit entfernten Bank oder einem Direktanbieter ein Konto zu eröffnen, entfällt heute. Das Post-Identverfahren wird zunehmend vom Video-Identverfahren abgelöst. Was für Tagesgelder gilt, greift gleichermaßen bei Krediten, Girokonten, Forex- und CFD-Brokern und Aktiendepots. Der günstigste Anbieter ist nicht mehr zehn Minuten oder zwei Stunden mit dem Auto entfernt, sondern nur noch wenige Mausklicks. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Depot für einen Hamburger in München verwaltet wird, oder der Forexbroker eines Düsseldorfers in London residiert. Die einzige, die noch Wege für die Eröffnung einer Geschäftsverbindung zurücklegen muss, ist die Computer-Maus oder der Daumen auf dem Touchpad.

Wer braucht noch Bankberater?

ico10Die Zeiten, in denen der nette Herr oder die nette Dame am Bankschalter die Aktienorder ausfüllte, sind vorbei. Autonome Anleger können heute online Aktien kaufen. Die Informationen, die für eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung benötigt werden, halten die Broker auf ihren Informationsseiten vor. Analystenmeinungen, Kursziele, einfach alles, was ein Anleger zum Traden wissen muss. Darin unterscheiden sich Aktienbroker in keiner Weise mehr von den Forexbrokern, deren Geschäftsmodell ebenfalls ein völlig autonomes Agieren ihrer Kunden vorsieht. Während der Forex- und CFD-Handel erst durch die Digitalisierung möglich wurde, führte diese zu einer Perfektionierung der klassischen Anlageformen. Es ist nur naheliegend, dass ein Forextrader, souverän im Umgang mit Handelsplattformen und Chartanalysen, kaum noch zu einer Filialbank gehen wird, um ein Wertpapierdepot zu eröffnen. Vertraut mit dem digitalen Handel, wird er natürlich zuerst bei den Onlinebrokern prüfen, welches Depot für seine Handelsgewohnheiten am ehesten infrage kommt. Die fortschreitende Digitalisierung im gesamten Finanzdienstleistungsgeschäft wird diese Branche zusehends auf den Kopf stellen. Die Filialinstitute bekommen dies bereits durch die massive Migration ihrer Kunden in den klassischen Geschäftsfeldern Einlagen, Konten, Kredit und Wertpapier massiv zu spüren. Die nachwachsenden Generationen werden noch viel stärker die digitale Welt als ihre Welt betrachten als die Best-Agers heute.