Kosten der Geldpolitik: 15 Mrd. EUR allein in 2013!

Redaktion - 26. Mai 2013

Kosten der GeldpolitikSparer weltweit verlieren mehr als hundert Milliarden Euro pro Jahr durch die globale Politik des billigen Geldes. Negative Realzinsen schmelzen die Kaufkraft der Ersparnisse in Ländern mit hoher Sparquote wie Deutschland ganz besonders schmerzhaft zusammen: Deutsche Bankkunden verlieren dieses Jahr 14,3 Mrd. Euro ihres auf Tagesgeld- und Girokonten sowie Sparkonten geparkten Vermögens.

Die Problematik ist seit Jahren bekannt: Die Zentralbanken müssen das Geld billig halten und die Märkte mit Liquidität fluten, weil sonst die Konjunktur zusammenbricht, der Finanzsektor kollabiert und Staaten vor dem Bankrott stehen – so jedenfalls lautet in etwa die offizielle Lesart.

Altersvorsorge in Gefahr!

ico7Das billige Geld ist – so scheint es jedenfalls – ein Nullsummenspiel. Was private und öffentliche Schuldner entlastet, bringt Sparer um ihre Rendite. Schlimmer noch: Nach Abzug von Steuern und Inflation erzielen Tagesgeld, Spareinlagen und die meisten festverzinslichen Anlagen eine negative Realrendite. Das Vermögen schrumpft.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet unter Berufung auf Daten der Weltbank und Berechnungen der Dekabank sowie des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass negative Realzinsen in weltweit 23 Ländern Realität sind und Sparer Jahr für Jahr mehr als 100 Mrd. Euro Kosten. In Deutschland summiert sich der Kaufkraftverlust demnach auf 14,3 Mrd. Euro – Lebensversicherungen und weitere Anlagen noch gar nicht eingerechnet.

Die Staaten versuchen Entschuldung ohne Schock

Ein Ende der Problematik ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Wertschätzung der Geldwertstabilität scheint derzeit weltweit abzunehmen. In Japan deuten sich entsprechende Tendenzen ebenso an wie in Europa, Großbritannien und den USA.