Lichtblick für Sparer? Januar-Inflation sinkt auf 1,70 Prozent

Redaktion - 24. Februar 2013

Januar-Inflation sinktDie Inflationsrate ist im Januar auf 1,70 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit Juni 2012 gesunken – vor allem aufgrund der Abschaffung der Praxisgebühr und trotz steigender Strompreise. Der rückläufige Preisdruck kann aus drei Gründen nicht als Lichtblick für Sparer verstanden werden.

Erstens sind die Zinsen im Einlagengeschäft weiter gesunken: Zum Jahreswechsel waren an der Spitze der Zinsranglisten noch 0,30 bis 0,40 Prozentpunkte mehr zu holen als jetzt. Selbst die Realverzinsung für „Zinshopper“, die konsequent nach attraktiven Tagesgeldzinsen fahnden und ihre Ersparnisse laufend von einer Bank zur nächsten umschichten, ist damit bestenfalls konstant geblieben.

Inflationsrate Januar: Fakten für Sparer

  • Januar-Inflation bei 1,7%

  • Niedrigster Stand seit Juni 2012

  • 1,7% entspricht dem Inflationsziel der EZB (=keine Leitzinserhöhungen in Sicht)

  • Anlagezinsen sind seit 01.01.13 gesunken – keine höhere Realverzinsung

Zweitens ist die leicht rückläufige Januar-Inflation noch lange kein Beleg für einen längerfristigen Rückgang der Teuerungsrate. Der Rückgang im Januar war überwiegend (0,20 Prozentpunkte) auf die Abschaffung der Praxisgebühr zurückzuführen. Dabei handelt es sich um einen einmaligen bzw. auf die Inflation des laufenden Kalenderjahres begrenzten Effekt. Wie unlängst bekannt wurde, ist die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal überraschend stark geschrumpft: Auch das kann, ebenso wie die seit mehreren nachlassende konjunkturelle Dynamik insgesamt,zum Rückgang beigetragen haben. Anders gesagt: Gemessen an der schwachen Konjunktur ist die Inflationsrate relativ hoch!

Drittens wird sich die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem geldpolitischen Expansionskurs bestätigt sehen: Das Inflationsziel der EZB liegt knapp unter zwei Prozent pro Jahr. Solange dieser Bereich nicht für zumindest einige Quartale deutlich überschritten wird, werden sich die Währungshüter nicht unter Druck sehen, an der lockeren Geldpolitik Änderungen vorzunehmen.