Tagesgeld mit Konto und Karte: Die SCHUFA liest mit!

tagesgeldzinsen.com - 18. Januar 2013

Tagesgeld mit Konto und KarteWerden hohe Zinsen für Tagesgeld in Kombination mit einem Girokonto oder einer Kreditkarte angeboten, müssen Zinsjäger genau hinsehen: Häufig wird die Kontoeröffnung der SCHUFA gemeldet. In zu großer Anzahl können Zahlungsverkehrs- und Kreditkartenkonten die Bonität gefährden.

Tagesgeld mit SCHUFA-Eintrag: Worauf Anleger achten müssen

  • Ab ca. 3-4 Girokonten+Kreditkarten kann die Bonität Schaden nehmen

  • Manche Banken eröffnen Tagesgeldkonten nur in Verbindung mit Girokonten

  • In der Werbesprache dient das Girokonto oft als „Verrechnungskonto“

  • Der Verzicht auf einen Dispokredit entschärft die Problematik nicht

  • Auch Kreditkarten mit integrierter Guthabenverzinsung können der SCHUFA gemeldet werden

Die SCHUFA ist die wichtigste Auskunftei in Deutschland. Das Unternehmen speichert Vertragsdaten zu mehr als 60 Millionen Bundesbürgern. Erfasst werden nicht nur Ratenkredite und Mobilfunkverträge, sondern auch Girokonten und Kreditkarten. Die Kreditwürdigkeit einer Person wird ganz wesentlich durch statistische Methoden ermittelt: Weist das Profil einer Person große Ähnlichkeiten zu Profilen von Verbrauchern mit Zahlungsstörungen auf, verschlechtern sich möglicherweise Scorewerte.

Black-Box SCHUFA-Score

ico8Verbraucher in Zahlungsschwierigkeiten wechseln häufiger das Girokonto: Wer als Zinshopper Geld von einer Bank zur nächsten umschichtet und dabei häufiger der SCHUFA gemeldet wird, riskiert Schäden an der eigenen Kreditwürdigkeit. Diese Problematik besteht auch dann, wenn ein Girokonto ausschließlich im Guthaben geführt und auf die Einrichtung eines Kontokorrentkredites verzichtet wird. Auch eine zu große Anzahl an Kreditkartenverträgen kann schädlich sein: Viele Verbraucher mit unsachgemäßer Haushaltsführung (die zu Überschuldung führen kann) weisen dieses Merkmal möglicherweise auf.

Die SCHUFA hält sich mit Aussagen zur detaillierten Zusammensetzung ihrer Scorwerte bedeckt und beruft sich auf ihr Geschäftsgeheimnis. Verbrauchern steht einmal pro Jahr eine kostenlose Selbstauskunft (bei der SCHUFA als „Datenübersicht“ nach §34 Bundesdatenschutzgesetz gekennzeichnet) zu.

Welche Daten speichert die Schufa überhaupt?

Die Auskunftei erhebt Daten natürlich nicht willkürlich, sondern ist an strenge gesetzliche Auflagen gebunden. Grundsätzlich werden alle „kreditrelevanten“ Daten gespeichert. Die Informationen werden von der Schufa ausdrücklich nicht selbst angefragt, sondern von Partnerunternehmen übermittelt. Dabei handelt es sich um Unternehmen und vor allem Banken.

Bei den gespeicherten Daten muss zwischen zwei Kategorien unterschieden werden. Personendaten wie Name, Adresse und Geburtsdatum dienen ausschließlich zur Erfassung von Personen. Darüber hinausgehende Informationen sind kreditrelevant. Dazu zählen unter anderem:

  • Anzahl der Girokonten
  • Anzahl der Kreditkarten
  • Laufende Kreditverträge
  • Mobilfunkkonten
  • Versandhandelskonten
  • Bürgschaften

An und für sich sind Informationen hierüber noch nicht negativ zu bewerten. Erst, wenn es zu Unregelmäßigkeiten oder Auffälligkeiten kommt, wird die Schufa-Auskunft zum Problem. Das ist beispielsweise bei folgenden Szenarien der Fall:

  • Kreditraten werden nicht pünktlich bezahlt
  • Forderungen werden angemahnt
  • Forderungen fallen komplett aus
  • Zu häufige Kreditanfragen
  • Mehrere Girokonten und Kreditkarten

Besonders drastisch zu bewerten sind eigentlich nur die ersten drei Fälle. Hier hat der Verbraucher es versäumt, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das ist für die Vertragspartner der Schufa ein eindeutiges Indiz dafür, nicht mehr mit der Person zusammenzuarbeiten.

Wie bereits dargestellt wurde, sind aber auch allzu häufige Anfragen für Girokonten und Kreditkarten ein kleines Problem. Sie senken den Schufa-Score ebenfalls.

Wann löscht die Schufa Daten?

Die Schufa darf Daten natürlich nicht für alle Zeit speichern. Grundsätzlich gilt bei offenen Forderungen, dass diese drei Jahre nach Erledigung aus der Kartei entfernt werden. Auch bei getilgten Krediten besteht diese Regel. Für Girokonten und Kreditkarten existieren folgende Regeln:

  • Konten über laufende Vertragsbeziehungen werden genau dann gelöscht, wenn das jeweilige Konto gekündigt wird.
  • Einzige Ausnahme: Kreditkartenkonten. Diese werden erst ein Jahr nach der Beendigung des Vertrages aus der Schufa entfernt.

Für Verbraucher heißt das: Wenn Konten nicht mehr benötigt werden, sind diese zu löschen. Die Schließung eines Girokontos kann formlos per Schreiben an die Bank erfolgen und erhöht den Schufa-Score wieder spürbar.

Was ist die Eigenauskunft?

Schon vor einigen Jahren hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Verbraucher wissen müssen, was über sie in der Schufa steht. Der Grund: Die Wirtschaftsauskunftei spielt eine so große Rolle bei der Vergabe von Krediten, dass Verbraucher dringend informiert sein müssen. Einmal pro Jahr ist es seitdem möglich, eine kostenlose Eigenauskunft bei der Wirtschaftsauskunftei anzufordern. Wichtig: Auf der Internetseite der Schufa gibt es zwei Formulare. Eines davon ist für die Eigenauskunft nach § 34 BDSG. Das andere Formular dient dazu, eine kostenpflichtige Auskunft zu bestellen.

Diese ist etwas umfangreicher, kostet aber einmalig 10 Euro und ab dann 4 Euro pro Monat. Dafür kann die Auskunft jederzeit online eingesehen werden, wir empfehlen aber nur die Eigenauskunft zu nutzen.

Es stehen fehlerhafte Daten in meiner Auskunft – was tun?

Die Schufa muss fehlerhafte Einträge ohne Einhaltung von Fristen löschen. Aber der Verbraucher ist in der Beweispflicht. Im Falle des Girokontos muss der Schufa etwa eine schriftliche, bestätigte Kündigung vorgelegt werden. Bei Kreditkarten ist ebenfalls ein solches Dokument einzureichen. Anschließend wird die Schufa den entsprechenden Eintrag direkt entfernen und den Score neu berechnen.

Fazit: Tagesgeld mit Schufa – Vorsicht walten lassen

Bei besonderen Tagesgeldangeboten sollten Anleger die Schufa immer im Hinterkopf haben. Werden gleichzeitig noch Kreditkartenkonten oder Girokonten eröffnet, können die Daten in der Schufa gespeichert werden. Wer mehr als 3 oder 4 solcher Konten besitzt, fällt schnell negativ auf. Das kann bei der nächsten Kreditvergabe zu Problemen führen. Damit das nicht passiert, sollten nicht mehr benötigte Konnten unbedingt gekündigt werden.