Warum bieten Auslandsbanken höhere Zinsen?

Redaktion - 3. Mai 2013

Auslandsbanken - höhere ZinsenEin Blick in die einschlägigen Zinsranglisten verrät schnell: Banken aus dem Ausland bieten auffällig häufig attraktive Zinsen für Tagesgeld und Festgeld. Das ist aber kein Grund, misstrauisch zu werden: Die Aufschläge gegenüber der Konkurrenz sind mitnichten automatisch die Kehrseite eines höheren Risikos.

Zum einen finden sich unter den Auslandsbanken mit hohen Zinsen überproportional viele Neueinsteiger, die erst in den letzten Jahren ins deutsche Einlagengeschäft eingestiegen sind: MoneYou, RaboDirect, Renault Bank oder VTB Direktbank etwa. Diese Institute streben mit hohen Zinssätzen den raschen Ausbau ihrer (anfangs nicht vorhandenen) Marktanteile an. Nicht selten werden die Zinsen zumindest anfangs aus dem Marketingbudget finanziert.

Tagesgeldzinsen werden aus dem Marketingbudget finanziert

icon_KostenZum anderen ergibt sich das Risiko bei den meisten auf dem hiesigen Markt tätigen Auslandsbanken aus der Belastbarkeit der im Ernstfall zuständigen Einlagensicherung. Sowohl die Einlagensicherungssysteme der Niederlande als auch die Österreichs und Frankreichs gelten in diesem Zusammenhang als hinreichend sicher. Geschützt sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde.

Nur wenn die Belastbarkeit der Einlagensicherung nicht gewährleistet ist, sind Zweifel angebracht. Dass griechische und zypriotische Banken gegenwärtig nicht um die Gunst von Sparern werben versteht sich von selbst. Verbraucherschützer – und hier insbesondere die Stiftung Warentest – stellen unter anderem die gesetzliche Einlagensicherung in Estland in Frage. Aus dem Land des jüngsten Euro-Mitglieds stammt unter anderem die Big Bank, die Anlagen in Festgeld anbietet.