Zinssenkungen bei Tagesgeld und Festgeld setzen sich fort

tagesgeldzinsen.com - 4. Februar 2013

Zinssenkungen bei Tagesgeld und FestgeldDer Druck auf die Konditionen für Tagesgeld und Festgeld hält an, obwohl weder die EZB noch der Anleihemarkt neue Impulse nach unten begründen. Zum Monatswechsel senken zahlreiche Banken aus allen Regionen der Zinsranglisten die Zinssätze. Sparer müssen womöglich bis weit ins Jahr 2014 hinein mit einer negativen Realverzinsung rechnen.

Zinssenkungen um den Monatswechsel: Wichtige Änderungen

  • MoneYou Tagesgeld: 1,75 statt 1,90% (07.02.)

  • RaboDirect: 1,85% statt 2,00% (15.02.)

  • BMW-Bank: Zinssenkung bei Tagesgeld und Sparkonto (15.02.)

  • Mercedes-Benz Bank: 0,90 statt 1,10% (11.02.)

  • 1822direkt: 0,25 statt 0,50% >500.000 Euro (05.02.)

  • Consors-Depotwechsel: 3.5% statt 4,00%

Die FMH-Finanzberatung schätzt den durchschnittlichen Zinssatz für Tagesgeld bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro auf 1,02 Prozent. Bei 50.000 Euro Anlagesumme liegt die Verzinsung mit 1,00 Prozent noch etwas niedriger. Andere Zins-Indizes kommen zu vergleichbaren Resultaten.

Die letzte EZB-Zinssenkung ist schon länger her und der Anleihemarkt hat sich zuletzt eher entspannt denn weiter kritisiert. Deshalb liegt es nahe, die Ursache für den anhaltenden Druck auf die Zinsen im Privatkundengeschäft in der „dicken Bertha“ der EZB zu suchen. Im Dezember 2011 und im Februar 2012 lieh die EZB Banken aus dem Euroraum insgesamt rund 1000 Mrd. Euro zum Dumping-Zins und – das ist das eigentlich außergewöhnliche – mit bis zu drei Jahren Laufzeit.

Dicke Bertha verhagelt Sparern das Geschäft

Dieses im Hinblick auf das ausgereichte Volumen beispiellose langfristige Refinanzierungsgeschäft haben Banken genutzt, um ihre Liquiditätspolster aufzubessern. Die Geldschwemme wirkt bis heute nach und macht die Liquiditätsplanung für Banken bis Ende 2014 einfach. EZB-Präsident Mario Draghi mag eines seiner Ziele (eine Entspannung der Situation am Interbankenmarkt) damit erreich haben. Gleichzeitig hat er das Einlagengeschäft aus Banken-Perspektive abgewertet.