Mickrige Guthabenzinsen: Bausparverträge eignen sich selten zum Sparen

Redaktion - 22. Juni 2013

Mickrige GuthabenzinsenBausparverträge galten lange Zeit als Alternative zu Tagesgeld- und Sparkonten. Die anhaltende Niedrigzinsphase aber hat die Branche geändert: Fast alle Bausparkassen haben die Guthabenverzinsung ihrer Verträge auf ein optisches Minimum reduziert. Bausparen lohnt sich letztlich nur noch für jene, die tatsächlich bauen möchten.

Ein Blick in die Datenbank der nach eigenen Angaben unabhängigen FMH Finanzberatung verdeutlicht die Problematik. Für einen Bausparvertrag mit einer voraussichtlichen Dauer bis zur Zuteilungsreife von sieben Jahren und einer monatlichen Einzahlung in Höhe von 700 Euro findet sich eine Guthabenverzinsung von maximal 1,40 Prozent – in diesem Fall bei der Alten Leipziger.

Bausparverträge sind für Sparer ein Verlustgeschäft

ico7Der Deutsche Ring bietet 1,25 Prozent, Deutsche Bank. Wüstenrot, BHW und Signal Iduna 1,00 Prozent. Bausparverträge sind nicht kostenlos: Beim Abschluss des Vertrages wird eine Gebühr in Höhe von 1,00 bis 1,60 Prozent der Bausparsumme (die in der Regel mindestens doppelt so hoch ist wie die Summe aus eigenen Einzahlungen, Zinsen und staatlicher Förderung) fällig.

Die Rechnung ist einfach: Bei einer Guthabenverzinsung in Höhe von 1,40 Prozent und einer monatlichen Sparrate in Höhe von 200 Euro sammeln sich im Laufe von sieben Jahren Zinserträge in Höhe von 855 Euro (Steuern unberücksichtigt) an. Das Sparguthaben erreicht 17655 Euro, was üblicherweise mit einer Bausparsumme von 35.000 Euro einhergeht. Zieht die Bausparkasse eine Gebühr in Höhe von 1,00 Prozent ab, verbleibt ein Nettoertrag von gerade einmal 505 Euro in sieben Jahren. Das ist nicht viel mehr als eine symbolische Aufstockung der eigenen Sparleistung.

Bausparern wird in der gegenwärtigen Marktsituation damit ein fast gänzlicher Verzicht auf Erträge abverlangt. Zu rechtfertigen ist das allenfalls für künftige Bauherren, die einen Anspruch auf ein günstiges Darlehen erwerben möchten und für die Zukunft mit (deutlich) steigenden Zinsen am Hypothekenmarkt rechnen.