Spekulative Geldanlagen – Risiko nicht unterschätzen

Redaktion - 14. August 2015

Spekulative Geldanlagen - Risiko nicht unterschätzen

Spekulative Geldanlagen stehen immer mehr im Fokus der Anleger. Das aktuelle Zinsniveau führt dazu, dass selbst eingefleischte Tages- und Festgeldanhänger sowie Anleihe-Investoren ihr Geld zunehmend in Aktien umschichten. Die Börsen stürmten vor dem Hintergrund der historisch niedrigen Zinsen von einem Hoch zum nächsten. Bekanntermaßen folgt bei Aktien aber jedem Höhenflug früher oder später eine Kursbereinigung. Wie drastisch diese ausfällt, kann niemand vorhersagen. Von 7.500 Punkten Anfang des Jahres 2000 folgte bis Anfang 2003 ein Absturz auf 2.500 Zähler. Dem stehen Anfang August 2015 fast 11.500 Punkte gegenüber. Es ist eine Frage der Zeit, bis hier die Korrektur erfolgt. Warum rücken deswegen spekulative Anlagen immer mehr in den Mittelpunkt?

Bei fallenden Kursen Geld verdienen

Spekulative Geldanlagen, hier sind an erster Stelle der Handel mit CFDs, Devisen und binäre Optionen (mehr Informationen hierzu auf www.binäre-optionen.info) genannt, ermöglichen es auch, bei fallenden Kursen Geld zu verdienen. Die Trader haben bei diesen Finanzkonstrukten die Möglichkeit, sowohl auf steigende Kurse (Call oder Long), als auch auf fallende Kurse (Put oder Short) zu setzen. Die Vorteile liegen damit klar auf der Hand: Unabhängig davon, wie sich die Kurse der unterlegten Basiswerte entwickeln, können Trader mit der richtigen Strategie immer Gewinne verzeichnen. Der klassische Aktienhandel biete diese Möglichkeit nicht. Als Handelswerte stehen bei CFDs und binären Optionen neben

  • Aktien auch
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Anleihen oder
  • Zinssätze

zur Verfügung.

Der Forexhandel beschränkt sich rein auf das Geschäft mit Devisen. Für binäre Optionen bieten sich die gleichen Basiswerte wie für CFDs, ergänzt um Währungspaare.

Kleiner Einsatz – große Wirkung

Als besonderes Merkmal dieser spekulativen Geldanlagen gilt der vergleichsweise geringe Einsatz. Grund dafür ist der Hebel. Dieser definiert, wie viel Geld der Trader einbringen muss, um ein bestimmtes Volumen zu handeln. Kaum jemand verfügt über soviel Einlagen, dass er „mal eben“ für 100.000 Euro mit einer Aktienposition spekulieren kann. Liegt der Hebel bei einem CFD-Trade bei 1 : 200, beläuft sich der tatsächliche Einsatz jedoch nur auf 500 Euro. Legt der Kurs des unterlegten Basiswertes nur um ein Prozent zu, hat der Trader mit 500 Euro 1.000 Euro verdient. Am Kursgewinn partizipiert der Trader in voller Höhe, natürlich abzüglich der Kosten für den Broker. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Rendite auch das Risiko einpreist. Der überdurchschnittlichen Rendite steht auch ein erhöhtes Verlustrisiko gegenüber.

Gold verliert an Glanz

ico3Es gab bisher zwei Gründe für Anleger, in Gold, Silber oder andere Edelmetalle zu investieren. Die einen sahen gerade Gold als Sicherheit, die anderen hatten auf den steigenden Kurs gesetzt. Für diejenigen, die Gold als spekulative Geldanlage sahen, haben sich jedoch inzwischen andere Märkte eröffnet. Die Rede ist zum einen von Silber, zum anderen von seltenen Erden. Im Gegensatz zu Gold kommt Silber, der kleinen Schwester, ein sehr viel größeres Spekulationsmoment zu. Gold wird lediglich zu zehn Prozent unwiederbringlich verarbeitet, 90 Prozent fließen immer wieder in den Kreislauf zurück. Bei Silber verhält es sich genau umgekehrt. Eine langfristige Verknappung ist zu erwarten, auch wenn die Forschung an Substituten arbeitet. In unserer hoch technologisierten Welt bedarf es sehr seltener Mineralien, um beispielsweise Chips oder Leiterplatten, aber auch Schutzschilder für Raumflugkörper herzustellen. Diese, beispielsweise Iridium, Samarium oder Thulium, finden sich in den sogenannten seltenen Erden. Diese kommen zum größten Teil in China, aber auch in Russland, Kanada oder den USA vor. Investoren haben diese seltenen Erden ebenfalls als spekulative Geldanlagen entdeckt. Auch hier liegt die Schlussfolgerung auf der Hand: Der Bedarf steigt, aber diese Metalle sind nun einmal selten. Die Konsequenz ist eine langfristige Preissteigerung.

Spekulative Geldanlagen sind nicht homogen

Wie die Gegenüberstellung von Finanzderivaten und Rohstoffen zeigt, sind spekulative Geldanlagen ein weites Feld. Während CFDs, Forexkontrakte oder binäre Optionen teilweise in Minuten gehandelt werden, braucht es für eine nennenswerte Wertsteigerung von Rohstoffen schon eine ganze Weile. Gleiches gilt im Übrigen auch für Oldtimer oder Weine, die ebenfalls inzwischen den spekulativen Geldanlagen zugeordnet werden. Während Oldtimer jedoch noch über den privaten Markt gehandelt werden, hat sich mit der „Live-ex“ der „London International Vintage Exchange“ eine echte Weinbörse etabliert, an der keine Aktien, aber Weine gehandelt werden. Für den Einstieg in das Segment spekulativer Geldanlagen sei dem Laien aber zunächst der klassische Derivatehandel nahegelegt – er ist auch für den kleinen Geldbeutel geeignet.