Türkische Tagesgeld-Banken treten auf die Bremse

Redaktion - 21. Juni 2013

Türkische Tagesgeld-BankenBanken mit türkischem Hintergrund sind im vorderen Bereich der Zinsranglisten seit Jahren überproportional vertreten. Garanti-Bank, Denizbank, AK-Bank und Ziraat-Bank haben in den vergangenen Monaten die Zinsen allerdings deutlich gesenkt.

Typisch für türkischstämmige Banken ist eine vergleichsweise stabile Zinspolitik ohne Incentives für Neukunden. Die meisten Institute bieten sowohl Tagesgeld als auch Festgeld an. Der rechtliche Sitz befindet sich ausnahmslos in der EU: Bevorzugte Sitzländer sind Österreich und die Niederlande.

Die in den Niederlanden ansässige Garanti-Bank bietet 1,40 Prozent Zinsen für Tagesgeld. Der Zinssatz liegt seit Jahren deutlich über dem breiten Marktdurchschnitt, aber deutlich unter der Spitze des Marktes mit Neukundenangeboten. Die niederländische Einlagensicherung schützt Guthaben bis 100.000 EUR pro Kunde und gilt als ähnlich belastbar wie ihr deutsches Pendant.

Auch die Denizbank bietet aktuell 1,40 Prozent Zinsen für Tagesgeld. Die Zinspolitik war zeitweise aber deutlich offensiver als bei der Garanti-Bank: Phasenweise hatte sich das in Österreich ansässige Institut an der Spitze des Marktes platziert. Die österreichische Einlagensicherung (Banken&Bankiers GmbH) gilt als sicher.

Die AK-Bank ist in Deutschland ansässig und bietet 1,45 Prozent Zinsen für Tagesgeld. Die Zinspolitik ist seit Jahren stabil. Der Schwerpunkt der Bank liegt außerhalb des Privatkundengeschäfts. Die Bank ist an die deutsche gesetzliche Einlagensicherung angeschlossen und darüber hinaus Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken.

Denizbank im Überblick

Die Denizbank hat eine lange Unternehmensgeschichte und wurde bereits im Jahr 1938 als staatliche Bank gegründet. Erst 1992 wurde das Kreditinstitut von der türkischen Regierung privatisiert – mit großem Erfolg. In den Jahren nach der Privatisierung expandierte die Bank auf den kompletten, osteuropäischen Markt.

Heute bietet die DenizBank alle gefragten Finanzdienstleistungen an. Dazu zählen beispielsweise Investment Banking, Depots und Kreditvergabe. Mehr als 14.000 Mitarbeiter kümmern sich in insgesamt 11 Tochterunternehmen um die vollumfängliche Betreuung der Kunden.

Fazit: Tagesgeld und Festgeld bei der DenizBank ist durchaus empfehlenswert. Das Kreditinstitut kann auf viel Erfahrung verweisen und ist eine der größten türkischen Banken überhaupt.

AK-Bank

Die AK-Bank ist nicht nur eines der größten türkischen Kreditinstitute, sondern Unternehmen überhaupt. Es werden Finanzdienstleistungen aller Art für Kunden angeboten. Gegründet wurde der Konzern bereits im Jahr 1948. Der Hauptsitz befindet sich heute in Istanbul, es werden allerdings über 850 Filialen in der ganzen Türkei unterhalten. Rund 15.000 Mitarbeiter bereuen ein Vermögen von fast 80 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland und den Niederlanden sorgt eine Tochtergesellschaft für die passgenaue Betreuung aller Kunden. So können sich deutsche Sparer darauf verlassen, einen individuell angepassten Kundenservice zu erhalten.

Fazit: Auch die AK-Bank ist ein absolut seriöses Kreditinstitut, das sich in der Türkei einen guten Ruf erarbeitet hat. Mit einem betreuten Vermögen von 80 Milliarden US-Dollar zählt das Finanzinstitut zu den größten Unternehmen in der Türkei. Auch deutsche Kunden können sich dank einer Tochterfirma auf passgenauen Service verlassen.

GarantiBank

Die GarantiBank wurde erst im Jahr 1991 gegründet, entstammt aber der in Istanbul ansässigen Turkiye Garantie Bankasi A.S. Der Hauptsitz befindet sich in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam, wobei weitere Filialen in Deutschland, Rumänien, der Schweiz und der Türkei unterhalten werden.

Heute ist unter anderem die Deutsche Bank ein Teilhaber des Unternehmens. Die erste Filiale in Deutschland wurde bereits 1999 in München gegründet. Das operative Geschäft in der Bundesrepublik wird allerdings vollständig aus Düsseldorf geführt.

Durch den Hauptsitz in den Niederlanden unterliegt die GarantiBank der Aufsicht der holländischen Behörden. Auch der Einlagensicherungsfonds stammt aus Amsterdam und nicht aus der Türkei.

Fazit: Die GarantiBank stammt zwar aus der Türkei, hat ihren Sitz aber in Amsterdam. Dadurch unterliegt sie nicht der türkischen, sondern der europäischen Aufsicht für Finanzdienstleistungen.

Ziraat Bank

Die Ziraat Bank zählt mit rund 145 Mitarbeitern zu den größten türkischen Kreditinstituten in Deutschland. Sie ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V., was für deutsche Kunden ein hohes Maß an Sicherheit bedeutet. Einlagen sind so de facto in unbegrenzter Höhe abgesichert.

Laut eigener Aussage ist es die Vision der Bank, an den Erfolg der Muttergesellschaft – der T.C. Ziraat Bankasi A.S. – in Deutschland bzw. ganz Europa anzuknüpfen. Das soll vor allem auch durch Präsenz vor Ort erreicht werden. SO finden sich Filialen in Berlin, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München, Stuttgart und Nürnberg wieder. Wer in den Ballungszentren wohnt, kann sich also auch vor Ort vollumfänglich beraten lassen. Die Ziraat Bank bietet dabei nicht nur Tagesgeld und Festgeld, sondern auch weitere, herkömmliche Finanzdienstleistungen an.

Fazit: Die Ziraat Bank ist über eine Tochterfirma direkt in Deutschland tätig. Anders als die Konkurrenz verfügt sie in großen Städten über eigene Filialen, um Kunden persönlich beraten zu können. Wer in der Nähe einer der angegebenen Städte wohnt, kann sich also auch vor Ort ein Bild von der Arbeit des Kreditinstituts machen.

Fazit: Türkische Banken für Festgeld und Tagesgeld zu empfehlen

Bei türkischen Banken erhalten Sparer für Tagesgeld und Festgeld durchaus bessere Zinsen als bei einheimischen Kreditinstituten. Wie ein detaillierter Blick auf die Banken zeigt, gibt es dabei keinerlei Probleme. Die Einlagensicherung ist ebenso hoch, wie bei europäischen Kreditinstituten auch. Viele der Banken agieren über Tochterfirmen sogar direkt in der EU, weshalb sie sich der hiesigen, staatlichen Kontrolle unterziehen müssen.