Umfrage nach Zypern-Pleite: Sparer sorgen sich um ihre Einlagen

Redaktion - 22. März 2013

Sparer sorgen sich um ihre EinlagenSparer in Deutschland sorgen sich angesichts der Entwicklungen auf Zypern um ihre Ersparnisse. Im „ARD Politbarometer“ gaben 48 Prozent der Befragten an, sich Sorgen um ihre Ersparnisse zu machen. Bei Banken in Deutschland und Kerneuropa gelten Einlagen in Tagesgeld und Festgeld allerdings weiterhin als absolut sicher.

Dass die drohende Pleite Zyperns sich so stark auf das wahrgenommene Ausfallrisiko in Deutschland auswirkt, kann mehrere Gründe haben. Bemerkenswert ist sicherlich, dass zypriotischen Bankkunden eine kalte Enteignung über Nacht droht: Die Banken wurden ohne Vorankündigung am Wochenende geschlossen und der Zugriff auf Einlagen auf kleinere Barverfügungen begrenzt. Technisch lässt sich eine solche Aktion einfach durchführen – und rechtlich können sich Anleger dagegen praktisch nicht wehren.

Ist Tagesgeld in Deutschland noch sicher?

ico2Grundsätzlich kann eine Konfiszierung von Sparguthaben jederzeit und in jedem Land durchgeführt werden. Wahrscheinlich ist das allerdings nur, wenn das jeweilige Finanzsystem und/oder der jeweilige Staat mit massiven und akuten finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Das ist in Deutschland gegenwärtig nicht der Fall. Die Renditen für deutsche Staatsanleihen sind historisch niedrig, weil die Nachfrage groß ist. Deutsche Banken gelten auf Sicht nicht von Schwierigkeiten bedroht, auch wenn die Gesamtsituation im Finanzsektor weiterhin angespannt ist.

Im Zusammenhang mit Fragen nach der Sicherheit von Anlagen in Deutschland wird immer seit der Eskalation der Probleme in Zypern immer wieder auf die deutsche Einlagensicherung verwiesen. Hier gilt es, teilweise zu widersprechen: Einlagensicherungssysteme sind nicht für eine systemische Krise des Bankensektors ausgelegt und waren dies auch nie. Sie dienen dazu, Sparer von unsystematischen Risiken (dazu zählt, wenn ausgerechnet die Hausbank insolvent wird) zu befreien. Das ändert aber nichts daran, dass Tagesgeld bei deutschen (und kerneuropäischen) Banken bis auf Weiteres sicher angelegt ist.