Wie ist das Bank of Scotland Rating? Wie ist die Bonität?

Redaktion - 24. August 2012

Bank of Scotland RatingNach den neuesten Bewertungen der Rating-Agenturen Moody´s, Fitch und Standard & Poor wurde das Bank of Scotland Rating um eine Note herabgestuft. Als Teil der LIoyds Banken Gruppe, eine der global führenden Bank, garantiert die Banc of Scotland jedoch die Sicherheit der Kapitalanlagen durch die Einlagensicherung, dem das Unternehmen angehört: der staatliche britische Einlagensicherungsfonds und der deutsche Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.

Zwar wurde die Bonität der Bank of Scotland von Rating-Agenturen Moody´s, Fitch und Standard & Poor um eine Note herabgestuft, dennoch müssen sich die Anleger um ihr Erspartes keine Sorgen machen. Die Anlagen werden sowohl durch den britischen als auch deutschen Einlagensicherungsfonds geschützt.

Die Begründung für die Abstufung: Die Unterstützung von Finanzinstituten werde von der britischen Regierung nur noch eingeschränkt greifen, sodass insbesondere kleinere Finanzinstitute unter der Schuldenlast zusammenbrechen könnten. Vor allem die Lage der europäischen Finanzinstitute wird derzeit mit besonderer Skepsis beobachtet, da die mögliche Insolvenz verschuldeter Euro-Länder und besonders Griechenlands die Banken schwer gefährden könnten.

Bank of Scotland: Die Ratings nach dem Brexit

Im Juli 2016 sehen die Ratings der großen Agenturen jedoch schon deutlich positiver aus. Standard&Poors gibt der Bank kurzfristig ein A-3 und langfristig ein BBB-. Fitch erteilt für einen kurzfristigen Anlagehorizont ein F2, langfristig ein BBB+. Moody’s stuft sie langfristig mit Ba1 ein. Alle Rating-Agenturen sind der Meinung, dass sich das Unternehmen voraussichtlich stabil oder positiv entwickeln wird.

Dass das Unternehmen derzeit keine bessere Einstufung erreichen kann, liegt auch daran, dass die Rating-Agenturen davon ausgehen, dass der Brexit für jede Menge Unsicherheit sorgt. Es sei unklar, wie die zukünftigen Handelsbeziehungen mit der EU aussehen werden, ein geringeres Wachstum sei zudem wahrscheinlich und vermutlich würde der Brexit auch die Kosten im Bankensektor nach oben treiben. Ob sich das Unternehmen dann international so konkurrenzfähig bleiben kann, wie es sich in den letzten Jahren erweisen konnte, ist unklar. Demzufolge kann das Bank of Scotland Rating momentan nicht all zu positiv sein. Dafür müssten erst die Konditionen des Brexit verhandelt sein und der EU-Austritt möglichst vorteilhaft für die Banken verlaufen.

Dabei lobte Moodys allerdings auch die Fortschritte, die die Bank of Scotland seit ihrer Abstufung erreichen konnte. Die Restrukturierung zeigt Erfolge, sodass Moodys Analysten davon ausgehen, dass sich die Kreditwürdigkeit des Unternehmens in den nächsten 12 bis 18 Monate weiter verbessern werden, unabhängig von dem ökonomischen Druck, der durch den Brexit erwartet wird.

Allerdings sieht die Ratingagentur auch noch einige Herausforderungen für die Kreditwürdigkeit. So kann die Umstrukturierung kurzfristig durchaus Risiken für Anleihenhalter beinhalten. Zudem muss die Bank of Scotland nach wie vor ihre Aktivitäten am Kapitalmarkt zurückfahren, um wieder eine besonders kreditwürdige Bank zu werden.

Als eines der Risiken gilt zudem, dass die Bank of Scotland natürlich über ein starkes Standbein in Schottland verfügt, zum anderen auf dem englischen Markt sehr aktiv ist. Zudem setzt sich die politische Unsicherheit durch Schottlands wiederaufkeimendes Bedürfnis nach Unabhängigkeit und dem Verbleib in der EU vermutlich noch einige Zeit fort. Die Bank of Scotland könnte hier allerdings auch als einer der Gewinner hervorgehen, da bei einem Verbleib Schottlands in der EU zumindest ein Teil ihres Kerngeschäftes keine rechtlichen und finanziellen Änderungen erleben müsste.

Ändert sich die Einlagensicherung, wenn Großbritannien aus der EU ausscheidet?

Nach dem Brexit ändert sich für deutsche Anleger eigentlich wenig. Es kann prinzipiell sein, dass sich Großbritannien von den EU-Richtlinien loslöst und bei der Einlagensicherung und vor allem der Höhe einen neuen Weg beschreitet. Allerdings gilt hier die FCA eher als vorsichtiger im internationalen Vergleich. Es ist also nicht davon auszugehen, dass die Regierung die Vorgaben senkt.

Unabhängig davon gilt in Deutschland natürlich weiterhin EU-Recht und Firmen, die hier ihre Dienstleistungen erbringen, müssen sich auch daran halten. Derzeit scheint es nicht so, als würde sich die Bank of Scotland aufgrund des Brexits aus Deutschland zurückziehen, sodass sie wie gewohnt von deutschen Anlegern genutzt werden kann. Dies bedeutet auch, dass sie ihre Produkte nach deutschem Recht anbieten muss und dies beinhaltet eine ausreichende Absicherung der Kundeneinlagen durch Einlagensicherungsfonds.

Da es sich bei der Bank of Scotland um eine sehr seriöse Bank mit langer Geschichte handelt, die erst vor kurzem etwas ins Straucheln geriet und noch mit den Negativ-Folgen zu kämpfen hat, beschäftigen sich Kunden zurecht mit der Frage, ob ihre Einlagen im Ernstfall geschützt sind. Die Bank weiß dies natürlich auch. Allerdings gibt es keinen Grund für den Verdacht, dass die Bank of Scotland nicht selbst bemüht ist, ihren Kunden so viel Grund zur Beruhigung zu geben, wie nur möglich. Die Mitgliedschaft in einem Einlagensicherungsfond, der im Insolvenzfall greift, zählt zu den Zeichen, die zurecht von der Bank erwartet werden und die von ihr auch eindeutig gesendet werden.

Kunden, die immer noch eine Pleite der Bank befürchten, müssen sich nur die Entwicklung der Geschäftszahlen in den letzten Jahren ansehen. Es wird eindeutig, dass die Umstrukturierung der Bank greift und sie inzwischen auf einem deutlich solideren Fundament steht als zu ihren Krisenjahren.