Alternativen zu Tagesgeld: Kombiprodukte und Sparkonten

tagesgeldzinsen.com - 13. Januar 2013

Alternativen zu TagesgeldImmer häufiger finden sich Sparkonten und Kombiprodukte in einschlägigen Zinstabellen. Sparer werden mit optisch guten Konditionen gelockt, entscheiden sich im Zweifel aber für ein weitaus weniger flexibles Produkt als Tagesgeld. Vorteile und Risiken der vielbeschworenen Tagesgeld-Alternativen.

Tagesgeld-Alternativem: Vorteile und Risiken

  • Kombiprodukte Nachteil: Nur ein Teil des Geldes ist verfügbar

  • Kombiprodukte Vorteile: Fester Zins für einen langen Zeitraum garantiert

  • Sparkonten Nachteil: Dreimonatige Kündigungsfrist oder Vorschusszinsen

  • Sparkonten Vorteil: Häufig höhere Zinsen als bei Tagesgeld

Kombiprodukte sind ein Kompromiss zwischen Tagesgeld und Festgeld oder zwischen einer Spareinlage und Festgeld. Ein bestimmter Anlagebetrag wird für einen festgelegten Zeitraum zu einem unveränderlichen Zinssatz angelegt wie bei Festgeld. Zugleich ist es jedoch möglich, während der Laufzeit über einen Teil des Geldes zu verfügen, ohne die Verzinsung des restlichen Geldes zu gefährden. Verfügungen sind je nach Produkt jederzeit oder mit einer Kündigungsfrist, ggf. in Kombination mit einer Kündigungssperrfrist, möglich.

Sparkonto: 2000 Euro monatlich verfügbar

icon_KostenSparkonten sind klassische Spareinlagen bzw. Kündigungsgelder. Im Unterschied zu Tagesgeld können pro Monat lediglich 2.000 Euro ohne Kündigungsfrist und Vorschusszinsen verfügt werden. Größere Auszahlungen erfordern eine dreimonatige Kündigungsfrist oder sind mit einer rückwirkend geringeren Verzinsung verbunden. Problematisch: Die Bank kann den Zinssatz jeden Tag herabsetzen. Anleger müssen dann im schlimmsten Fall bis zu drei Monate lang eine schwache Verzinsung in Kauf nehmen. Die Zinssätze auf Sparkonten sind anfänglich häufig höher als bei Tagesgeld. Manche Banken werten die Konten durch Bankcards auf, mit denen Barverfügungen am ATM zulasten des Sparkontos möglich sind.

Festgeld als Alternative zum Tagesgeld

Festgeld ist ebenfalls eine sinnvolle Möglichkeit, das Tagesgeld zu ergänzen oder komplett zu ersetzen. Positiv ist, dass das Zinsniveau deutlich besser als beim Tagesgeld ausfällt. Die Unterschiede sind allerdings abhängig von der Laufzeit. Bei Laufzeiten zwischen 6 Monaten und 4 Jahren können aktuell Aufschläge von rund 1 Prozent einkalkuliert werden.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Zinsen für den kompletten Zeitraum festgeschrieben sind. Unvorhergesehene Senkungen sind damit ausgeschlossen. Der große Nachteil liegt beim Festgeld natürlich in der mangelnden Flexibilität. Es wird über den kompletten Zeitraum fest angelegt, wobei es hier einige Kündigungsmöglichkeiten geben kann:

  1. Keine Kündigung
    Einige Banken schließen in ihren AGB aus, dass Sparer über das Festgeld verfügen können. Das ist zwar nicht die gängigste Praxis, aber doch möglich. Kaut dem BGH gibt es dann keinerlei Hintertür für Sparer, um doch noch an das Kapital zu gelangen. In diesem Fall ist der Sparer auf die Kulanz der Bank angewiesen. Nur wenn beide Seiten der Auflösung zustimmen, kann diese vollzogen werden.
  2. Kündigung mit Zinsverlust
    Dies ist der Regelfall. Meist können Sparer ihr Festgeld unter Einhaltung einer Frist von rund 2 bis 4 Wochen auflösen. Das hat allerdings einen negativen Einfluss auf die Zinsen. Diese werden meist rückwirkend für den kompletten Zeitraum wieder rückgefordert. Hat die Bank schon Zinsen auf ein Girokonto ausbezahlt, müssen Sparer das Geld überweisen. Wurden die Zinsen direkt wieder angelegt, zahlt die Bank nur den reinen Anlagebetrag aus.
  3. Kündigung mit Zinszahlung
    In seltenen Fällen zeigen sich Banken so kulant, dass sie das komplette Festgeld inklusive der bis dato angesparten Zinsen auszahlen. Es sei an dieser Stelle explizit darauf hingewiesen, dass nur wenige Banken so verfahren.

Fazit: Festgeld eignet sich nur bedingt als Alternative zum Tagesgeld. Dafür spricht die ebenfalls hohe Sicherheit und die deutlich attraktiveren Zinsen. In der Regel kann über Festgeld aber nur unter Einhaltung einer zwei- bis vierwöchigen Kündigungsfrist verfügt werden. Der große Nachteil: Die Zinsen sind dann meistens weg.

Tagesgeld, Sparbuch und Festgeld im Vergleich

SparbuchTagesgeldFestgeld
Vorteile– Sicherheit– Flexibilität

– Moderates Zinsniveau

– Hohes Maß an Komfort dank Online-Banking

– Meistens gute Angebote für Neukunden, wodurch Tagesgeld Hopping möglich ist

– Gute Zinsen bei hoher Sicherheit

– Feste Zinsbindung

Nachteile– Sehr niedrige Zinsen– Keine Zinsbindung– Verfügbarkeit nur durch Kündigung, dabei droht aber Zinsverlust
Mindestkapital– Keins– Keins– Abhängig von der Bank, beginnend zwischen 100 und 1.000 Euro
KontokostenKeineKeineKeine
Einlagensicherung– Bei EU-Banken bis 100.000 Euro– Bei EU-Banken bis 100.000 Euro– Bei EU-Banken bis 100.000 Euro
Lohnt sich die Anlage?– Nein, Tagesgeld weist bessere Zinsen bei sonst gleichen Eigenschaften auf– Ja– Ja, wenn mit der Kündigungsfrist umgegangen werden kann
Verfügbarkeit– Ja, bis zu einem maximalen Betrag von 2.000 Euro pro Monat– Jederzeit– Während der Laufzeit eigentlich nicht verfügbar
Für wen geeignet?Prinzipiell nur Kinder, denen mit dem Sparbuch die Führung eines Kontos beigebracht werden sollFlexible Anleger und zur Sicherung einer Reserve von zwei bis drei Netto-MonatsgehälternKleinanleger, die langfristig planen und auf einen Teil ihres Vermögens verzichten können
Bargeldzugriff?Ja, mit der SparCardJa, nach Übertrag auf das Referenzkonto (1 Werktag)Nein

Fazit: Tagesgeld besser als Sparbuch

Die Eröffnung eines Sparbuchs ist noch immer beliebt, aber eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Wie der Vergleich zeigt, bietet Tagesgeld dieselben Vorteile bei höherer Verzinsung. Wer etwas länger auf sein Kapital verzichten kann, sollte zudem darüber nachdenken, Festgeld anzulegen. Dieses ist deutlich besser verzinst als Tagesgeld und ebenso sicher.